G.M. Montiglio Vittorio
Geboren am 15. Jänner 1903 in Valparaíso (Chile)
Leutnant, 7. Alpini-Regiment
gestorben am 9. November 1929 in Magliano Sabina bei einem Autounfall.
Begründung der Goldenen Tapferkeitsmedaille „postum“:
Im fernen Chile geboren, aus italienischer Familie, zu hohen Empfindungen der Vaterlandsliebe erzogen, die Seele ergriffen vom Heldenmut und von den Opfern unseres Krieges, dessen Widerhall ihn über die Briefe der beiden als Freiwillige an der Front stehenden Brüder erreichte, verließ er mit knapp vierzehn Jahren das Vaterhaus und kam, Gefahren und Entbehrungen verachtend, in sein Vaterland. Sein sehr junges Alter hinter seiner kräftigen Erscheinung verbergend, trat er in das Heer ein und wurde, nach der Zuteilung zu einem Territorialverband, auf sein Drängen hin zu einem Alpini-Sturmverband versetzt, was seinen Träumen und jugendlichen Hoffnungen entsprach. Mit fünfzehn Jahren Unterleutnant und Führer der Arditi des Bataillons „Feltre“, nahm er mit hoher Tapferkeit an Kriegshandlungen teil und wurde verwundet. Aus eigenem Antrieb verließ er das Lazarett, um an der großen Schlacht des Oktobers 1918 teilzunehmen, in der er sich auszeichnete und für eine Tapferkeitsauszeichnung vorgeschlagen wurde. Mit sechzehn Jahren Leutnant, wurde er mit seinem Verband nach Albanien entsandt, wo bei bedeutenden Einsätzen gegen die Aufständischen seine Gaben der Entschlusskraft aufleuchteten, ungebrochen von den Malariafiebern, die ihn befielen. Am selben Ort gab er, als er unter großer Gefahr einen seiner Soldaten aus den tückischen Strömungen des Drin rettete, den Beweis hoher menschlicher Empfindsamkeit und bürgerlicher Tugend. Herrliche Gestalt eines Knaben im Soldatenrock, hohes Beispiel für die Jugend dafür, was die Liebe zur eigenen Erde vermag. Italien – Albanien, Juni 1917 – Juni 1920.
Biographische Anmerkungen:
Von den nach Amerika ausgewanderten italienischen Eltern im Kult des Vaterlandes erzogen, empfand er mit zwölf Jahren, als Italien Österreich den Krieg erklärte, die lebhafte Begeisterung, am Kampf teilzunehmen. Im März 1917 konnte er mit gefälschten Papieren nach Italien aufbrechen, um als Freiwilliger des Jahrgangs 1899 zu gelten; in Buenos Aires auf der „Regina d’Italia“ eingeschifft, erreichte er Genua nach zwei Monaten. Als Freiwilliger eingetreten und dem 7. Festungsartillerie-Regiment zugeteilt, kam er dann zum 3. Sturmverband des 6. Alpini-Regiments im Etschtal und nahm an zahlreichen nächtlichen Spähtrupps teil. Zum Offiziersanwärter ernannt, wurde er im März 1918 zum 7. Alpini-Regiment, Bataillon „Feltre“, versetzt. Im Mai zum Unterleutnant befördert und mit der Führung des Verbands der „Arditi“ betraut, unternahm er mit diesem, stets an der Spitze, kühne Vorstöße in die feindlichen Gräben von Coni Zugna und trug bei einem davon eine nicht leichte Verwundung davon. Er nahm an der Schlacht des Oktobers 1918 teil und war unter den Ersten, die das befreite Trient erreichten. Im Mai 1919 zum Leutnant befördert, wurde er mit dem Bataillon nach Albanien entsandt und im Kampf gegen Banden von Aufständischen mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet, mit königlichem Dekret vom 28. April 1925. In die Heimat zurückgekehrt, nahm er am Unternehmen von Fiume mit Gabriele D’Annunzio teil; 1923 besuchte er dann einen Lehrgang für Flugzeugführer auf dem Flugfeld von Ghedi bei Brescia und wurde mit seinem Dienstgrad in den aktiven Dienst übernommen.
„Lieber Papa, wenn Du mich anzeigst oder mich nach Chile zurückholst, ohne dass ich für Italien gekämpft habe, bringe ich mich um“ (Nachricht des fünfzehnjährigen Vittorio Montiglio an seinen Vater bei der Abreise nach Italien)