Kaserne „Oberfeldwebel Paolino Zucchi“

Chiusaforte — eine Kaserne, größer als das Dorf

In Chiusaforte im Kanaltal war die Kaserne größer als das Dorf: über 1.600 Betten in einer Gemeinde mit kaum mehr als fünfhundert Einwohnern. Dreißig Jahre lang war sie das Zuhause des Alpini-Bataillons „Cividale“.

Zwischen Fella und Autobahn

Die Anlage liegt am rechten Ufer der Fella, knapp unterhalb der Mündung des Raccolana-Bachs: Für den Bau wurde der Fluss leicht verlegt. Sie steht am Ortseingang für alle, die aus der friaulischen Ebene heraufkommen, heute eingezwängt zwischen der Staatsstraße 13 „Pontebbana“ und der Autobahn A23.

Sie wurde Anfang der 1960er Jahre auf rund 70.000 Quadratmetern gebaut. Die ersten Einheiten kamen im September 1963; die offizielle Einweihung war im Mai 1965.

Das Zuhause des „Cividale“

Das nach dem 8. September 1943 aufgelöste Alpini-Bataillon „Cividale“ war 1948 in Cividale del Friuli mit seinen traditionsreichen Kompanien neu aufgestellt worden: der 16., 20., 76. und 110., später 115. Mörserkompanie. Im September 1963 zog es nach Chiusaforte. Ein Teil der Gebäude beherbergte bis 1975 auch die 308. Kompanie des Sperrbataillons „Val Fella“.

Im Hof wurde das Denkmal für das „Cividale“ und seine „Tochter“-Bataillone aus dem Ersten Weltkrieg, „Val Natisone“ und „Monte Matajur“, wieder aufgestellt, das in den 1920er Jahren in Cividale errichtet worden war; nach der Auflösung kehrte es nach Cividale zurück. Am Eingang gab es eine Voliere, im Norden eine kleine Kapelle.

Das Erdbeben von 1976

Das Erdbeben vom 6. Mai 1976 machte die Kaserne teilweise unbenutzbar, und die Einheit wurde teilweise nach Tarvis verlegt; erst 1979 war das „Cividale“ wieder vollständig in der „Zucchi“. Obwohl selbst betroffen, half das Bataillon sofort der Bevölkerung von Chiusaforte und der Nachbarorte und erhielt dafür die Silberne Tapferkeitsmedaille des Heeres.

Anfang der 1980er Jahre wurde die Kaserne großenteils neu gebaut: rund dreißig Gebäude, über 1.600 Betten, Küchen für 1.200 Mahlzeiten, ein Speisesaal für etwa 800, ein Kino-Theater mit 400 Plätzen, das auch dem Dorf offenstand. Eine für ihre Zeit hochmoderne Kaserne: Sechserstuben, Einzelbetten, Bad im Zimmer.

Die Schließung

1992 wurde in der Kaserne auf der Grundlage des „Cividale“ das 15. Alpini-Regiment aufgestellt. Mitte November 1995 wurden Regiment und Bataillon aufgelöst. Für Chiusaforte war es ein Einbruch: Fast alle Lokale schlossen, und auch die Wohnhäuser für die Familien der Soldaten in der Via Roma standen leer.

Nach dem Hochwasser von 1996 nahm die Kaserne Evakuierte aus Chiusaforte und Dogna auf. Dann überließ der Staat sie der Gemeinde unentgeltlich. Heute liegen im Osten, wo Kommandogebäude und Unterkünfte standen, drei Museen, des Bataillons „Cividale“, des Kalten Krieges und des Ersten Weltkriegs, sowie einige Vereine; im Westen, an Stelle von Werkstätten und Lagern, Handwerkshallen, ein Biomassekraftwerk und Lager der Gemeinde und des Zivilschutzes.

Wer war Paolino Zucchi

Paolino Zucchi wurde am 10. April 1915 in Collalto di Tarcento geboren. Er arbeitete auf dem Hof des Vaters und lernte nebenbei für das Vermessungsdiplom. Alpino seit 1936, Feldwebel 1937, wurde er 1939 zum „Val Natisone“ einberufen und kämpfte an der griechisch-albanischen Front, wo er eine Bronzemedaille erhielt. 1942 ging er mit der 76. Kompanie des „Cividale“ nach Russland.

In der Nacht vom 3. auf den 4. Januar 1943 führte er seine Männer bei der Rückeroberung einer Anhöhe, die die Italiener später „Quota Cividale“ nannten, und leitete von dort das Feuer, bis er getroffen wurde. Sein Opfer ermöglichte es dem Bataillon, die Höhe weitere zehn Tage zu halten. Träger der Goldenen Tapferkeitsmedaille, ruht er in der nationalen Gedenkstätte von Cargnacco.

Die Quellen dieser Geschichte

Die Geschichte der Kaserne hat unser Vorstandsmitglied Oscar Colle in der Reihe „Le caserme degli Alpini“ des Col Maòr erzählt, in zwei Folgen: Nr. 1/2026 und Nr. 2/2026, S. 12. Die Luftaufnahme aus den frühen 1980er Jahren oben wurde in Nr. 1/2026 veröffentlicht.

Haben Sie in der „Zucchi“ gedient, beim „Cividale“? Ihre Fotos und Erinnerungen können diese Seite ergänzen.

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