Vajont, 63 Jahre danach: das Gedenkprogramm und die Verbindung zu den Alpini von Salce

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Am 9. Oktober 2026 jährt sich die Nacht der Vajont-Katastrophe zum 63. Mal. Longarone, Erto, Casso und die Gemeinde Vajont versammeln sich erneut an den Orten des Unglücks, um der Opfer zu gedenken und die Erinnerung an die jüngeren Generationen weiterzugeben.

Das offizielle Programm, veröffentlicht von der Gemeinde Longarone und der Fondazione Vajont, findet vom 3. bis 11. Oktober statt. Es ist mehr als eine Reihe von Zeremonien: Es verbindet Zeugnis, Schule, Musik, Gottesdienst und bürgerschaftliche Verantwortung.

Vom 3. bis 11. Oktober: gemeinsames Erinnern

Am Samstag, dem 3. Oktober, beginnt um 10 Uhr im Saal „Popoli d’Europa“ die Tagung „Vajont: la parola alle vittime“. Sie beschäftigt sich mit Erinnerung, Bildung, Gerechtigkeit und Frieden. Am selben Vormittag verleiht Longarone dem Genio Ferrovieri die Ehrenbürgerschaft. Um 18 Uhr folgt eine Gedenkveranstaltung im Bereich der Talsperre, um 20.30 Uhr das Konzert „M’innamoravo di tutto“ im Kulturzentrum.

Am Sonntag, dem 4. Oktober, finden um 9.30 Uhr auf dem monumentalen Friedhof von Fortogna eine Kranzniederlegung und eine Messe im Rahmen des Tages der Überlebenden statt. Am Donnerstag, dem 8. Oktober, lesen Kinder der Grundschule Longarone aus „La profezia del torrente vecchio – Storia di Vajont“. Erinnerung bleibt nur lebendig, wenn sie zu gemeinsamem Wissen wird.

Das Programm am 9. Oktober in Longarone und Fortogna

Der zentrale Gedenktag beginnt um 8.30 Uhr im Kulturzentrum von Longarone mit dem Schulprojekt „Una maglia per il Vajont“ und dem 35. Jahrestag der Städtepartnerschaft mit Urussanga. Um 9.30 Uhr wird in Pirago ein Kranz niedergelegt.

Die zivile und religiöse Feier in Fortogna

Am Nachmittag beginnt um 15 Uhr auf dem Friedhof von Fortogna die Kranzniederlegung der Gemeinden Longarone, Erto e Casso und Vajont. Um 15.15 Uhr folgt die zivile Gedenkfeier, um 15.30 Uhr die Messe für die Opfer. Um 17 Uhr wird am Gedenkstein der Villa Malcolm ein weiterer Kranz niedergelegt. Um 21.30 Uhr findet in der Pfarrkirche von Longarone eine Mahnwache statt.

Erto, Casso und Vajont: Gottesdienste und Lichterzüge

Gleichzeitig gibt es auch in Erto, Casso und Vajont Gottesdienste, Kranzniederlegungen und Lichterzüge. Sie führen zum stillen Gedenken um 22.39 Uhr an der Kirche Sant’Antonio al Colomber – jener Uhrzeit, die unmittelbar an die Nacht von 1963 erinnert.

Damit die Bevölkerung an den Feiern teilnehmen kann, ordnete die Gemeinde Longarone die Schließung der Geschäfte und öffentlichen Lokale von 15 bis 17.30 Uhr sowie ab 21 Uhr an.

Die Alpini bei den Rettungsarbeiten von 1963

Für die Alpini der Provinz Belluno ist Vajont keine ferne Erinnerung. Nach der Katastrophe gehörten die Soldaten des 7. Alpini-Regiments zu den Kräften, die zusammen mit weiteren Einheiten des Heeres und vielen Freiwilligen in den zerstörten Gebieten Hilfe leisteten.

Für Mut, Selbstaufopferung und außergewöhnliches Pflichtbewusstsein wurden die Truppenfahnen des 7. Alpini-Regiments und des 6. Gebirgsartillerie-Regiments mit der Goldmedaille für zivile Tapferkeit ausgezeichnet. Diese Geschichte gehört nicht nur zum Regiment, sondern zur Zivilgeschichte der gesamten Provinz Belluno.

Vajont und die Gründung der Alpini-Gruppe Salce

Die Verbindung reicht bis nach Salce. Unsere Gruppe war im März 1963 gegründet worden, doch die offizielle Einweihung und die Segnung des Gruppenwimpels wurden verschoben. Die Feier fand erst am 25. Oktober 1964 statt, nachdem das Trauerjahr für die Opfer von Vajont beendet war.

Das war nicht nur eine Änderung im Kalender. Von Anfang an stellte sich die neue Gruppe damit in den Dienst einer verwundeten Gemeinschaft und einer klaren Vorstellung von alpiner Verbundenheit: Erinnerung, Bescheidenheit, Solidarität und Dienst am Nächsten.

Ein Foto zwischen den Trümmern: von Beppe Giaccone zu MEMORIA

Viele Jahre später eröffnete gerade ein Vajont-Foto einen neuen Weg. Im „Col Maòr“ erschien die Aufnahme einer Messe zwischen den Ruinen der Kirche von Longarone. Neben dem Altar stand ein Ministrant in Alpini-Kleidung: Giuseppe „Beppe“ Giaccone.

Die Suche nach diesem Bild (Artikel auf Italienisch), nach Namen und Daten führte zur Entstehung von MEMORIA, dem Projekt der Alpini-Gruppe Salce zur Sammlung von Dokumenten, Fotos und Zeitzeugnissen. Die alte Bildunterschrift datiert die Messe auf Mai 1964 und nennt einen Militärseelsorger „Don Luciano“. Beide Angaben müssen noch unabhängig bestätigt werden. Auch das gehört zur Erinnerungsarbeit: klar zu unterscheiden, was belegt ist und was noch überprüft werden muss.

Erinnern heißt weiterforschen

Der 63. Jahrestag verlangt nicht nur Stille. Er verlangt Sorgfalt im Umgang mit Quellen, Respekt vor den Opfern und Verantwortung bei der Weitergabe der Geschichte.

Wer Fotos der bei den Rettungsarbeiten eingesetzten Alpini, Briefe, Namen oder Familienerinnerungen besitzt, kann sich an die Gruppe wenden. Jeder Beitrag wird erfasst, mit den Quellen verglichen und, wenn möglich, über die Geschichten von MEMORIA an die Gemeinschaft zurückgegeben.

Nützliche Informationen und offizielle Quellen

Das vollständige Programm und mögliche Aktualisierungen sind auf den offiziellen Seiten der Gemeinde Longarone und der Fondazione Vajont verfügbar (Tel. +39 0437 1956909).

Quellen: Gemeinde Longarone; Fondazione Vajont; Italienisches Heer; Archiv des Col Maòr. Titelbild: Esercito Italiano — Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 IT.

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