Die vier Männer, die in Gefangenschaft starben

Damit es nicht vergessen wird4 Min. Lesezeit

DAMIT ES NICHT VERGESSEN WIRD

Vier Männer aus der Pfarrei Salce, nach dem 8. September 1943 gefangen genommen, die aus Deutschland nicht zurückkehrten

Nach dem Waffenstillstand vom 8. September 1943 wurden Hunderttausende italienische Soldaten von den Deutschen entwaffnet und in Lager des Reiches deportiert. Viele weigerten sich, an der Seite Deutschlands weiterzukämpfen, und wurden als «Militärinternierte» behandelt: Zwangsarbeit, Hunger, Krankheit. Auch aus der Pfarrei Salce gingen Männer fort, die nie zurückkehrten.

Im September 2007 trug Armando Dal Pont in der Rubrik des Col Maòr «Damit wir sie nicht vergessen… Soldaten der Pfarrei Salce, im Krieg gefallen» die Geschichten von vier von ihnen zusammen. 2019 druckte das Blatt denselben Text erneut ab. Dies sind ihre Geschichten, so wie die Dokumente sie uns wiedergeben.

Das Gefallenendenkmal von Salce
Das Gefallenendenkmal von Salce auf einem Foto vom Sommer 2014. Archiv der Gruppo Alpini Salce.

Andrea Dall’Ò, Marmorarbeiter aus Bes

Andrea Dall’Ò wurde am 17. September 1910 als Sohn von Luigi und Luigia Fiabane geboren und arbeitete als Marmorschneider. Als Gefreiter des 15. Artillerieregiments, der Division «Puglie» zugeteilt, kämpfte er von Februar bis April 1941 an der griechisch-albanischen Front; dann blieb er mit der 73. Tragtierabteilung des XIV. Armeekorps von November 1942 bis zum 8. September 1943 auf dem Balkan.

Nach dem Waffenstillstand wurde er von den Deutschen gefangen genommen und mit der Matrikelnummer 182487 in Deutschland interniert. Er starb am 23. Januar 1944 an einer Krankheit im Arbeitslager Nr. 6010 bei Hannover. Er ist auf dem Kriegsfriedhof Hamburg begraben, Abteilung 1, Reihe 1, Grab Nr. 30. 2007 vermerkte Dal Pont, dass sein Name «auf keiner Gedenktafel und keinem Denkmal» stehe, die ihm bekannt seien.

Sirio Saronide, Seemann

Sirio Saronide wurde am 20. März 1913 als Sohn von Ettore und Maria Supani, genannt «Marieta», geboren. Seine Familie stammte aus Salce und zog später nach Sargnano. Er war Obermaat der Königlichen Marine. Nach dem 8. September 1943 geriet er in Gefangenschaft und wurde in Deutschland interniert.

Er starb am 25. April 1945 in Berlin, wenige Tage vor Kriegsende in Europa, und wurde in Blumberg begraben. 1973 wurden seine sterblichen Überreste nach Italien überführt und auf dem Friedhof von Cusighe beigesetzt. Sein Name steht auf einer der kleinen Gedenktafeln der Kapelle «Beata Vergine dei Caduti» in La Rossa.

Vittorio, Obergefreiter des Sanitätsdienstes

Vittorio wurde am 2. Februar 1914 als Sohn von Antonio und Angela Carlin geboren, als neuntes von dreizehn Kindern. Ledig, Arbeiter, stammte er aus einer Familie aus Salce, die später nach Cuceglio in der Provinz Turin zog. Er war Obergefreiter im Sanitätsdienst.

Er wurde am 8. September 1943 von den Deutschen gefangen genommen und starb am 10. August 1944 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Seine sterblichen Überreste wurden später in das Gefallenen-Ossarium des Gemeindefriedhofs von Prade überführt. Auch einer seiner Brüder, Giovanni, starb in diesem Krieg, am 30. Juni 1944.

Sein Familienname ist noch nicht geklärt. Im Col Maòr von 2007 erscheint er als Vittorio Sacchet, im Nachdruck von 2019 als Vittorio Schiocchet. Wir suchen eine Bestätigung in den Registern und auf den Gedenktafeln; bis wir sie haben, nennen wir ihn lieber nur bei seinem Vornamen.

Gino De Martin, Alpino des «Belluno»

Gino De Martin wurde am 22. März 1924 als Sohn von Sebastiano und Maria De Min geboren. Die Familie aus Fossa di Bolzano Bellunese war 1938 nach Col del Vin und im Herbst 1944 nach Prade gezogen. Ledig, Bauer, wurde er am 19. Mai 1943 zum 7. Alpini-Regiment, Bataillon «Belluno», eingezogen. Er war neunzehn Jahre alt.

Nach dem Waffenstillstand wurde er gefangen genommen und interniert. Er starb am 28. Dezember 1944 in Gefangenschaft in Heppenheim. Er ist in Frankfurt am Main auf dem Italienischen Ehrenfriedhof begraben, Feld D, Reihe 6, Grab 23. Einer seiner Brüder, Pietro, gilt als in Russland vermisst.

Warum wir an sie erinnern

Vier Männer mit vier verschiedenen Geschichten: ein Artillerist, ein Seemann, ein Sanitätsgefreiter, ein junger Alpino. Sie verbindet das Datum des 8. September 1943 und die Entscheidung oder das Schicksal, das sie in die deutschen Lager brachte. Zwei von ihnen ruhen noch in Deutschland; einer, Andrea Dall’Ò, hatte laut Dal Pont nicht einmal seinen Namen in Stein gemeißelt.

Die Gruppo Alpini von Salce gedenkt ihrer zusammen mit allen Gefallenen des Denkmals. Wenn Ihre Familie Fotos, Briefe aus dem Lager, Internierungsdokumente oder Erinnerungen an diese vier Männer besitzt, schreiben Sie der Gruppo Alpini Salce: Jede Information wird sorgfältig und mit dem Respekt geprüft, den diese Geschichten verdienen.

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