Der geschändete Berg

Geschichte der Alpini13 Min. Lesezeit

Schon vor 100 Jahren prangerten die Alpini den Overtourismus an

MEMORIA · Aus dem Zeitungsarchiv von „L’Alpino“

1929 schrieb Angelo Manaresi, Präsident der Associazione Nazionale Alpini und ehemaliger Offizier des Bataillons „Feltre“, den Artikel „La montagna profanata“ – der entweihte Berg. Zwei Jahre später nahm er ihn in ein Buch auf. Liest man ihn heute, angesichts der Warteschlangen unter den Dolomitengipfeln, wirkt er wie gestern geschrieben.

Das Buch hat einen hellen Umschlag, an den Ecken etwas abgegriffen. Drei Alpini in grünem Tuch, einer mit Gitarre, singen unter einem Fenster. Darüber, in roter Schrift, die wie von Hand geschrieben aussieht, der Titel eines Liedes, das jeder Alpino kennt: „Quel mazzolin di fiori…“ – Dieses kleine Blumensträußchen. Noch weiter oben der Name des Autors, Angelo Manaresi. Unten: Rom, Edizioni de L’Alpino, 1931-IX.

Auf Seite 100 beginnt ein Kapitel, das weder vom Krieg noch von Liedern handelt. Es heißt „La montagna profanata“ und erzählt von einem Gebirge, das von Leuten überrannt wird, die es nicht lieben, die es als Salon benützen und nur hinaufsteigen, um gesehen zu werden. Man liest es mit einem Lächeln, dann vergeht das Lächeln. Denn fast hundert Jahre später hat das Problem in den Dolomiten zwar den Namen gewechselt, nicht aber sein Wesen. Heute nennen wir es Overtourismus.

Das wiederentdeckte Buch

„Quel mazzolin di fiori…“ ist eine Sammlung von Texten Manaresis, illustriert vom Maler Mario Vellani Marchi aus Modena: 246 Seiten, viele Schwarzweißzeichnungen, ein farbiger Umschlag. Das Exemplar, von dem wir ausgehen, trägt eine handschriftliche Widmung des Autors.

Das Kapitel, das uns interessiert, ist allerdings älter als das Buch. Manaresi hatte es zuerst als Leitartikel auf der Titelseite von „L’Alpino“ vom 1. August 1929 veröffentlicht, der Zeitung jener Vereinigung, deren Präsident er war. Diese Ausgabe kann man, wie alle anderen dieser Jahre, in unserem Zeitungsarchiv von „L’Alpino“ durchblättern. Dort hat der Text seinen ursprünglichen Klang: den einer sommerlichen Titelseite, neben den Rundschreiben für das Treffen am Adamello und den Bauarbeiten an der Contrin-Hütte.

Wer war der Mann, der ihn schrieb? Ein Rechtsanwalt aus Bologna, seit seiner Jugend begeisterter Bergsteiger. 1915 ließ er sich eilig operieren, um als Freiwilliger eingezogen zu werden, und verlangte ausdrücklich die Alpini. Man schickte ihn nach Belluno zum 7. Regiment und dann zum Bataillon „Feltre“. Er kämpfte in der Valsugana, am Cauriol und am Monte Grappa, wo er am Fuß verwundet wurde. 1929 war er Präsident der ANA und Unterstaatssekretär im Kriegsministerium der Regierung Mussolini. Ein Alpino, ein Mann des Regimes, ein Mann der Berge: alles drei zugleich, und der Text trägt alle drei in sich. Wie er die Zeitung der Vereinigung führte, haben wir in „L’Alpino“: von Balbo zu Manaresi – die Entstehung einer gemeinsamen Stimme erzählt.

Umschlag des Buches Quel mazzolin di fiori von Angelo Manaresi mit drei Alpini in grüner Uniform, die unter einem Fenster singen, einer spielt Gitarre
Umschlag, illustriert von Mario Vellani Marchi. Exemplar mit handschriftlicher Widmung von Angelo Manaresi.

Kasten 1 · Das Dokument

„Quel mazzolin di fiori…“, 1931

  • Autor: Angelo Manaresi (Bologna 1890 – Bologna 1965)
  • Verlag: Edizioni de L’Alpino, Rom, 1931-IX
  • Illustrationen: Mario Vellani Marchi
  • Umfang: 246 Seiten, mit Zeichnungen im Text
  • Die beiden Kapitel: „La montagna profanata“ (S. 100–103) und „La montagna e lo snobismo“ (ab S. 104)

Das Buch versammelt Artikel, die Manaresi während seiner Präsidentschaft für „L’Alpino“ geschrieben hatte. Die beiden Kapitel über die Berge erschienen 1929 in der Zeitung: das erste am 1. August, das zweite am 15. Oktober. Der Titel stammt aus dem Volkslied, das sich die Alpini zu eigen gemacht haben, und der Umschlag sagt es mit Leichtigkeit: ein Buch, das man liest, wie man in Gesellschaft singt.

„Der entweihte Berg“

Der Artikel beginnt wie ein Wutausbruch. Wer im Sommer durch die Berge reist, schreibt Manaresi, riskiert die Seekrankheit – nicht wegen der Höhe, sondern wegen der dummen Mondänität, die viele Bergorte erfüllt. Die Hotels im Tal sind voll von Leuten, die jede Anstrengung verabscheuen. Die Jungen, die Beine und Gesundheit hätten, verbringen ihre Tage in den Tanzsälen, bei den Modetänzen, und widmen dem Berg ein paar Minuten Spaziergang, aus Mode und nicht aus Leidenschaft.

Dann wechselt die Szene zu den Schutzhütten. Dort, bemerkt der Autor bitter, kommen mehr Ausländer vorbei als Italiener. Man macht sich über die deutschen Touristen lustig, über ihre kurzen Hosen und ihre Frauen, die wie Männer gekleidet sind – doch sie sind es, die steigen, die sich plagen, die gleich zum nächsten Gipfel aufbrechen. Die italienischen Namen in den Hüttenbüchern sind immer dieselben: die Studenten-Alpinisten der SUCAI, ein paar Gruppen des Dopolavoro, kaum jemand sonst.

Am Ende steht die Aufforderung an die jungen Leute am Fuß der Berge. Es ist die schönste Stelle des Kapitels:

„…überlasst die weißen Höschen, die Seidenhemden und die amerikanischen Kappen den bleichen, schwindsüchtigen Bürscherln: mit einem guten Paar Nagelschuhe an den Füßen und dem Rucksack auf den Schultern beißt auch ihr mutig in den Berg, der schön ist, der gut ist und die Jugend gern hat.“

Angelo Manaresi, „La montagna profanata“, in „Quel mazzolin di fiori…“, 1931, S. 103 (eigene Übersetzung)

Elegante Jünglinge und echte Bergsteiger

Manaresis Ziel ist nicht der Tourismus an sich. Es ist eine Art, in den Bergen zu sein: sich kleiden, um angeschaut zu werden, dort bleiben, wo man gesehen wird, so wenig wie möglich steigen. Dem eleganten jungen Mann stellt er den alten Alpino gegenüber, der seine Sonntage über zweitausend Metern verbringt, verliebt in den Berg „wie in die liebste Geliebte seiner Jugendjahre“. Und er schließt mit einer Maxime aus seinem eigenen Krieg: den Zehn Geboten des „alten Hundes“, geschrieben auf dem Gipfel des Cauriol, zwischen einer Partie Dame mit dem Feldkaplan und einem Sprung zum vorgeschobenen Posten.

Der Cauriol ist kein beliebiger Name. Zwischen dem 24. und 27. August 1916 eroberte ihn das Bataillon „Feltre“, mit Manaresi als Leutnant, in einem der härtesten Kämpfe in den Fassaner Alpen; für diesen Einsatz erhielt der Autor seine erste Bronzene Tapferkeitsmedaille. Den Satz von einem Berg, der „schön, aber unbequem“ ist, schrieb ein Mann, der diese Unbequemlichkeit am eigenen Leib erfahren hatte, an der Seite der Alpini aus Belluno.

Zeichnung eines alten Alpino mit Rucksack und Stock, der von hinten gesehen auf einen Felsen den Satz La montagna è bella ma è scomoda schreibt
Zeichnung von Mario Vellani Marchi am Ende des Kapitels, S. 103.

Kasten 2 · Der entweihte Berg

Schön, aber unbequem

Die Zeichnung von Vellani Marchi fasst das Kapitel besser zusammen als jeder Kommentar: ein Alpino von hinten, Rucksack und Stock, schreibt die Maxime vom Cauriol auf den Felsen. Die Mühe ist in Manaresis Text keine Strafe, sondern der Eintrittspreis. Wer nicht bereit ist, ihn zu zahlen, kennt den Berg nicht – er verbraucht ihn.

„Der Berg ist schön, aber unbequem: versuche immer, ihn von oben zu beherrschen.“

Die „Zehn Gebote des alten Hundes“, Gipfel des Cauriol (eigene Übersetzung)

Auf der einen Seite das gelebte Bergsteigen, aus Nagelschuhen und Sonntagen über zweitausend Metern; auf der anderen der mondäne Tourismus, aus Tanzsälen und Spaziergängen, um gesehen zu werden. Der Gegensatz ist scharf, fast eine Karikatur. Aber er hält bis heute.

Von der amerikanischen Kappe zum Selfie

Man braucht nur ein paar Wörter auszutauschen. Statt der weißen Höschen und der amerikanischen Kappen die Funktionskleidung, die für ein Foto gekauft wurde; statt der Tanzsäle die Schlange für dasselbe Bild, das man schon tausendmal auf dem Bildschirm gesehen hat. Die Geste ist dieselbe: der Berg als Kulisse, nicht als Ort.

Es war keine Obsession Manaresis allein. In der nächsten Ausgabe von „L’Alpino“, jener vom 15. August 1929, veröffentlichte die Zeitung die eingegangenen Zustimmungen, mit zwei Karikaturen des Malers Ciotti; weitere Briefe folgten im September. Die Satire über den Sommerfrischler, der den Berg an den Metern auf der Tafel misst, ohne ihn je zu besteigen, begleitete Presse und Ansichtskarten des 20. Jahrhunderts noch lange.

Karikatur: ein eleganter Herr mit Melone und Regenschirm schreibt Sua vor das Wort Altezza auf einer Tafel mit der Angabe 1500 Meter, zwei Buben schauen ihm zu
„Sua Altezza m. 1500“ – ein Wortspiel mit „Seine Hoheit“ und „Höhe 1500 m“: Karikatur, signiert Scarpelli. Der Sommerfrischler, der sich auf fünfzehnhundert Metern schon am Gipfel fühlt.

Der Vergleich mit dem Overtourismus, ohne ihn zu erzwingen

Hier ist Ehrlichkeit gefragt. Der Tourismus, den Manaresi beschreibt, war der von wenigen: wohlhabende Familien, die mit der Bahn anreisten, Luxushotels, monatelange Sommerfrische. Der Overtourismus von heute ist ein Massenphänomen aus Autos, Billigflügen und sozialen Netzwerken, das Tausende Menschen an dieselben Punkte bringt, zur selben Stunde, für dasselbe Foto.

Auf DolomitiBelluno.it haben wir im Beitrag „Massentourismus in den Dolomiten: Ursachen, Folgen und Lösungen“ die Zahlen dargestellt: die Besucher rund um die Drei Zinnen, die Zunahme der Bergrettungseinsätze, die Dörfer, die sich von Einwohnern leeren und mit Kurzzeitvermietungen füllen. 1929 gab es keines dieser Probleme in diesem Ausmaß. Der Maßstab ist ein anderer, die Auswirkung auf Umwelt und Gemeinschaften ebenso.

Und doch ist die Grundfrage dieselbe. Was suchen wir in den Bergen? Einen Ort, den man mit Mühe und Respekt durchquert, oder eine Kulisse zum Herzeigen? Manaresi antwortete mit Nagelschuhen. Wir können antworten, indem wir besser wählen, wo, wann und wie wir hingehen.

„Der Berg und der Snobismus“

Der Artikel sorgte für Aufsehen. Zweieinhalb Monate später, am 15. Oktober 1929, kam Manaresi auf der Titelseite darauf zurück, und im Buch folgt dieser zweite Text unmittelbar auf den ersten, auf Seite 104:

„Mein äußerst unbefangener Artikel über den ‚entweihten Berg‘ hat mir reichlich Zustimmung bei tüchtigen Leuten eingebracht und ein wenig giftige, säuerliche Kritik von einigen schwermütigen Gecken auf Urlaub.“

Angelo Manaresi, „La montagna e lo snobismo“, in „Quel mazzolin di fiori…“, 1931, S. 104 (eigene Übersetzung)

Ein Zeichen, fügt er hinzu, dass der Artikel ins Schwarze getroffen hatte. Dann kündigt er den „vierzigtausend Lesern“ der Zeitung ein anderes Thema an. Und hier ändert sich der Ton.

1929, Südtirol und die Rhetorik der Zeit

Das zweite Ziel sind nicht mehr die faulen Jungen, sondern die Italiener, die in Südtirol Sommerfrische machen und sich nach Tiroler Art kleiden: kurze Lederhosen, Janker, grüner Filzhut mit Feder, Frauen und Kinder in Tracht. Für Manaresi ist das eine lächerliche und, schlimmer noch, unpatriotische Mode. Wenn man das Italienische in diese Täler zurückbringen wolle, schreibt er, müssten die Italiener stolz auf ihre eigene Kleidung sein, und die Alpini müssten deren unnachgiebigste Hüter sein.

Man muss ihn als das lesen, was er ist: ein Text von 1929, geschrieben von einem Unterstaatssekretär des faschistischen Regimes. Seit 1923 betrieb der Staat in Südtirol eine Politik der Zwangsitalianisierung: Ortsnamen per Dekret übersetzt, deutschsprachige Schulen geschlossen, Italienisch in den Ämtern vorgeschrieben. Die deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerung erlebte diese Politik als Unterdrückung, und die Wunden, die sie hinterließ, reichten Jahrzehnte weit. Die „deutsche Tracht“, über die Manaresi spottete, war die Kleidung derer, die in diesen Tälern geboren waren.

Diese Seiten heute wieder vorzulegen heißt nicht, sie zu unterschreiben. Es heißt, sie ganz zu lesen, ohne das wegzuschneiden, was stört: auch das ist Erinnerung. Das heutige Südtirol mit seiner Autonomie und seinen drei Sprachen ist die Antwort, die die Geschichte auf jene Rhetorik gegeben hat.

Zeichnung von drei Wanderern: links ein Mann mit Rucksack und Alpinihut mit Feder, rechts zwei lachende Männer in Tiroler Kleidung und Hüten
„Qui si parla della nostra mania di camuffarci da allogeni!“ – „Hier geht es um unsere Sucht, uns als ‚Allogene‘ zu verkleiden!“. Zeichnung von Mario Vellani Marchi, S. 104.

Kasten 3 · Der Snobismus und der historische Zusammenhang

Von der Mode zur Politik

In der Zeichnung, die das Kapitel eröffnet, betrachtet ein Wanderer mit Rucksack und Feder zwei Gefährten, die sich nach Tiroler Art verkleidet haben. Die Bildunterschrift spricht von „allogeni“, dem Wort, mit dem das Regime die deutsch- und slawischsprachigen Bevölkerungen der neuen Grenzgebiete bezeichnete.

Der Übergang ist deutlich: Der erste Artikel kritisierte eine Gewohnheit, der zweite macht daraus eine nationale Frage. Wir befinden uns mitten in der Italianisierungspolitik in Südtirol, die 1923 mit der Übersetzung der Ortsnamen und der Schließung der deutschen Schulen begonnen hatte. Manaresi schreibt aus dieser Politik heraus und verwendet ihre Sprache.

Heute können wir den Teil seiner Rede behalten, der die Zeit überdauert – den Respekt vor dem Berg und vor der Mühe – und den anderen als Dokument einer Epoche erkennen. Der Respekt gilt auch der Kultur derer, die in den Tälern leben, einschließlich der Trachten, über die Manaresi spottete.

Der Berg als Erbe

Wenn es eine Einsicht gibt, die das Jahrhundert bestärkt statt widerlegt hat, dann diese: Der Berg ist nicht nur Panorama. Er ist ein empfindlicher Lebensraum, eine Geschichte, eine Arbeit, eine Gemeinschaft. Die Dolomiten sind seit 2009 UNESCO-Welterbe, aber sie sind auch die Almen von jemandem, die Wege, die andere angelegt haben, die Soldatenfriedhöfe, die Kapellen, die Hütten der Sektionen von CAI und ANA. Wer ankommt, betritt ein fremdes Haus.

Auf DolomitiBelluno.it haben wir es in „La montagna non è nostra“ (italienisch) geschrieben: Der Berg gehört allen, gerade weil er niemandem gehört. Manaresi sagte es mit anderen Worten und in einem Ton, den wir heute nicht mehr verwenden würden. Aber der Sinn seines „beißt in den Berg“ war dieser: wirklich hingehen, nicht nur gesehen werden.

Zwei Wanderer mit Rucksack gehen auf einem Schotterweg in Richtung Drei Zinnen unter einem Himmel mit weißen Wolken
Der Weg zu den Drei Zinnen an einem Tag ohne Gedränge.

Kasten 4 · Von 1929 bis 2026

Drei verschiedene Dinge

Der Modetourismus ist das, worüber Manaresi spottete: wenige, wohlhabend, mehr am Gesehenwerden interessiert als am Steigen. Overtourismus ist etwas anderes: Tausende Menschen an denselben Punkten, zur selben Zeit, mit messbaren Folgen für Wege, Verkehr, Wohnraum und Bergrettung. Verantwortungsvoller Tourismus ist die mögliche Antwort: weniger begangene Orte wählen, andere Jahreszeiten und Uhrzeiten, länger bleiben, die Menschen respektieren, die dort leben.

Auf DolomitiBelluno.it findest du zwei konkrete Vorschläge: „Dolomiten ohne Overtourism: 10 besondere Orte in Belluno“ und „Kühle Dolomiten, ohne neue Hotspots“.

Was der Jugend bleibt

Manaresi schrieb für die Jungen und las ihnen die Leviten. Heute würden wir vielleicht milder sein: Viele von ihnen gehen bewusster in die Berge als ihre Großeltern in der Sommerfrische, und sie sind oft die Ersten, die Grenzen, Regeln und Respekt verlangen. Sein praktischer Rat gilt aber noch. Passende Schuhe, ein Rucksack, die Bereitschaft, sich zu plagen. Und wenn man Glück hat, ein alter Alpino, der einem an den steilsten Stellen die Hand reicht.

Genau das tun die Alpini noch heute: die Alpini-Gruppen, die Wege freihalten, Hütten und Gedenkstätten restaurieren und Jugendliche bei den Ausbildungslagern begleiten. Das ist keine Nostalgie. Es ist eine Art, in den Bergen zu sein, die man lernt, indem man gemeinsam geht.

Die Maxime vom Cauriol

Fast hundert Jahre später taugt der Satz, der zwischen einer Partie Dame und einer Wachablöse auf einen Felsen des Cauriol geschrieben wurde, noch immer als kleine Hausordnung für alle, die in die Berge gehen. Der Berg ist schön. Er ist unbequem. Und wer ihn liebt, schaut erst von oben auf ihn hinunter, nachdem er ihn Schritt für Schritt bestiegen hat, ohne von ihm zu verlangen, etwas anderes zu werden.

Der Rest – die amerikanischen Kappen von damals und die Selfies von heute – kommt aus der Mode. Der Berg bleibt.

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